Synagogen in der Pfalz

70 jüdische Kultusgemeinden mit zusammengenommen 10 000 Juden gab es 1933 in der Pfalz. Von den rund 70 Synagogen überstanden 20 die Reichspogromnacht und den Krieg. Davon wurden einige abgerissen oder umgebaut. Nur sieben sind weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Unter den Synagogen, die während des Nationalsozialismus zerstört wurden, ist Ingenheim hervorzuheben. Diese prächtige Synagoge wurde zwischen 1828 und 1832 nach Plänen von Friedrich von Gärtner erbaut. Sie war stilbildend für viele Landsynagogen in aller Welt. Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel an sie.

In den 70er Jahren wurden einige noch bestehende Synagogen, wegen Baufälligkeit abgerissen, unter anderem in Leimersheim und Göllheim. Dabei fielen in Göllheim seltene neo-orientalische Stilelemente und in Leimersheim die klassizistische Fassade dem Bagger zum Opfer. Einige jüdische Bethäuser, etwa in Bobenheim-Roxheim, Dirmstein, Grünstadt und Obermoschel, wurden nach dem Krieg in Wohnhäuser umgebaut und teilweise bis zur Unkenntlichkeit verändert: Inschriften wurden beseitigt und Wand- und Deckenbilder übermalt. Die fragwürdigste Nutzung einer ehemaligen Synagoge findet sich in Edesheim. In dem Haus wird heute eine Nachtbar geführt.
Die christlichen Kirchen haben mehrere Synagogen übernommen: Bereits 1932 kaufte. das Bistum Speyer das Bethaus in Frankenstein und baute es zur Kirche "Heiligste Dreifaltigkeit" um – mit Billigung der jüdischen Kultusgemeinde. In Neuleiningen kaufte die jüdische Gemeinde 1822 die Ruine der Karmeliterklosterkirche und richtete, dort eine Synagoge ein. 1902 verkaufte sie das Gebäude an die Gemeinde: Heute wird es als evangelische Kirche genutzt.

Die einzige noch genutzte Synagoge in der Pfalz ist in Kaiserslautern, Basteigasse 4, Dort wurde 1965 ein ehemaliges Wohn- Geschäftshaus von der jüdischen Kultusgemeinde umgebaut. Kulturell genutzt werden die früheren Synagogen in Rülzheim, Odenbach und Weisenheim am Berg. In Alsenz hat ein Privatmann 1987 die lange Zeit leerstehende Synagoge gekauft, den spätbarocken Bau von 1765 privat restauriert und darin seine Wohnung sowie ein Atelier eingerichtet.

(Quelle: Evangelischer Kirchenbote 46/1995, S.6)

Lange hat er recherchiert und geschrieben, jetzt ist das Buch endlich fertig: "Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südwestpfalz". So lautet der Titel des vom Dahner Studienrat i.R. und Hobbyhistoriker Otmar Weber verfasste Werk, das am 27.1. in Dahn der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Das Buch hat das Format 17,0 x 24,0 cm, einen Farbumschlag, 320 Seiten und ca. 260 Abbildungen. Die erste Auflage von 1000 Exemplaren ist beim Progressdruck GmbH in Speyer gedruckt und hat die ISBN Nr. 3-00-0152520-4. Herausgeber ist die Christlich-Jüdische Gesellschaft Pfalz, Landau. Fünf Mitautoren haben Beiträge geliefert, über 200 Synagogen in 140 Gemeinden der Pfalz werden genannt bzw. beschrieben. Preis: 22 €.
Bei der Vorstellung des Buches, die um 19.00 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Verbandsgemeinde in Dahn, Schulstraße 29 beginnt, werden Gregor & Leonid Horelik aus Kaiserslautern mit ihren jiddischen Liedern für die passende musikalische Umrahmung sorgen.
Alle Infos zum Buch, auch zur Bestellung, finden Sie in dieser pdf-Datei.

Rundgang durch einige Synagogengemeinden
Bad Bergzabern
Dahn
Deidesheim a.d.W.
Hagenbach (externer Link)
Germersheim
Göcklingen
Ingenheim
Kaiserslautern
Kirrweiler
Landau
Leimersheim
Ludwigshafen
Mehlingen
Mutterstadt
Neustadt a.d.W.
Odenbach
Rülzheim
Sembach
Speyer
Venningen
Die Artikel stammen, soweit nicht anders vermerkt, von Stefan Meißner.
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Links

Ausfühliche Darstellung der Geschichte der Juden von Bernhard Kukatzki
Die Entwicklungsgeschichte Jüdischer Gemeinden in Rheinland-Pfalz seit 1945 bis heute
Bücher zum Judentum in der Pfalz finden Sie hier...