70 jüdische Kultusgemeinden mit zusammengenommen 10 000 Juden gab es 1933 in der Pfalz. Von den rund 70 Synagogen überstanden 20 die Reichspogromnacht und den Krieg. Davon wurden einige abgerissen oder umgebaut. Nur sieben sind weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Unter den Synagogen, die während des Nationalsozialismus zerstört wurden, ist Ingenheim hervorzuheben. Diese prächtige Synagoge wurde zwischen 1828 und 1832 nach Plänen von Friedrich von Gärtner erbaut. Sie war stilbildend für viele Landsynagogen in aller Welt. Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel an sie. In den 70er Jahren wurden einige noch bestehende Synagogen, wegen Baufälligkeit
abgerissen, unter anderem in Leimersheim
und Göllheim. Dabei fielen in Göllheim seltene
neo-orientalische Stilelemente und in Leimersheim die klassizistische
Fassade dem Bagger zum Opfer. Einige jüdische Bethäuser, etwa in Bobenheim-Roxheim,
Dirmstein, Grünstadt
und Obermoschel, wurden nach dem Krieg
in Wohnhäuser umgebaut und teilweise bis zur Unkenntlichkeit verändert:
Inschriften wurden beseitigt und Wand- und Deckenbilder übermalt. Die
fragwürdigste Nutzung einer ehemaligen Synagoge findet sich in Edesheim.
In dem Haus wird heute eine Nachtbar geführt. Die einzige noch genutzte Synagoge in der Pfalz ist in Kaiserslautern, Basteigasse 4, Dort wurde 1965 ein ehemaliges Wohn- Geschäftshaus von der jüdischen Kultusgemeinde umgebaut. Kulturell genutzt werden die früheren Synagogen in Rülzheim, Odenbach und Weisenheim am Berg. In Alsenz hat ein Privatmann 1987 die lange Zeit leerstehende Synagoge gekauft, den spätbarocken Bau von 1765 privat restauriert und darin seine Wohnung sowie ein Atelier eingerichtet. (Quelle: Evangelischer Kirchenbote 46/1995, S.6) Lange hat er recherchiert und geschrieben, jetzt ist das Buch endlich
fertig: "Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer
Berücksichtigung der Synagogen in der Südwestpfalz". So
lautet der Titel des vom Dahner Studienrat i.R. und Hobbyhistoriker Otmar
Weber verfasste Werk, das am 27.1. in Dahn der Öffentlichkeit vorgestellt
wurde. Das Buch hat das Format 17,0 x 24,0 cm, einen Farbumschlag, 320
Seiten und ca. 260 Abbildungen. Die erste Auflage von 1000 Exemplaren
ist beim Progressdruck GmbH in Speyer gedruckt und hat die ISBN Nr. 3-00-0152520-4.
Herausgeber ist die Christlich-Jüdische Gesellschaft Pfalz, Landau.
Fünf Mitautoren haben Beiträge geliefert, über 200 Synagogen
in 140 Gemeinden der Pfalz werden genannt bzw. beschrieben. Preis: 22
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