Anne Frank und die Pfalz

Frank-Loeb'sches Haus, LandauAnne Franks Großvater väterlicherseits, Michael Frank, stammt aus Landau. Er hat sich als Kaufmann und Bankier in Frankfurt/M. niedergelassen. Sein Vater (also Annes Urgroßvater) Zacharias Frank war Bankier in Landau und hatte ein dreistöckiges Wohnhaus in der Kaufmannsgasse 9 erworben. Dieses Haus war im 17., 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Wirtschaft und Herberge genutzt worden. Es zeichnete sich vor allem durch eine doppelgeschossige Holzgalerie rund um den fast quadratischen Innenhof aus. Nach dem Tod von Zacharias Frank ging das Haus zunächst in die Erbengemeinschaft seiner acht Kinder über. Später wurde die Tochter Sophie Loeb, die als einzige von den Geschwistern in Landau geblieben war, Alleinbesitzerin.

In dieses Frank-Loeb´sche Haus waren Landauer Juden vor ihrem Abtransport in das Lager Gurs 1940 eingewiesen worden. Nachdem auf Veranlassung einer Bürgerinitiative das Haus gründlich restauriert worden ist, dient es seit 1987 vor allem als Gedenk- und Dokumentationszentrum für die Landauer Juden. Es bietet darüber hinaus auch Ausstellungen heimischer Künstler und im Erdgeschoß eine Weinstube.

(Quelle: Religionspädagogische Hefte, Nr. 1, Januar/Februar 1992, Anne Frank/Janusz Korczak, S.27, zu beziehen über die Religionspädagogischen Beratungsstellen der Evangelischen Kirche der Pfalz, c/o Gebhard Neumüller, Tel. 06894/34877)


 

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Der Autorin gelingt es - u.a. unter Zuhilfenahme bisher geheimgehaltener Tagebuchseiten - ein einfühlsames Bild der Anne Frank und deren engster Familie zu zeichnen. Sie zeigt die rasante Entwicklung eines pubiertierenden Mädchens, dem die beengenden Verhältnisse eines selbstgewählten Hinterhausversteckes vor den NS-Schergen eigentlich keine Zeit zur Entwicklung lassen, zur selbstbewußten Persönlichkeit und jungen Schriftstellerin auf. Der Leser wird ständig in Atem gehalten durch die fortschreitenden Zwänge und Grausamkeiten deutscher Nationalsozialisten dem jüdischen Volk gegenüber und dem verzweifelten Versuch von Annes Familie, trotzdem ein "normales" Leben zu führen.

Melissa Müllers Informationen umfassen Briefe, Aufzeichnungen und Interwiews von Zeitzeugen, die teilweise noch nie befragt, bzw. veröffentlicht wurden. Mit autentischen Bildern, Stammbaum und Zeittafel, auf der sich das Gelesene nochmals Revue passieren lässt entsteht ein lebendiges, aber auch bedrückendes Bild deutscher Vergangenheit.

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