von Annette Wolff

Purim, das Fest der Lose, ist eines der neueren Feste im im jüdischen Kalender und wird am 14. und 15. Tag des jüdischen Monats Adar (Februar-März) ausgerichtet; Sinn des Purim ist es, an die Errettung der persischen Juden vor der Verfolgung zur Zeit des persischen Königs Ahasver (Xerxes I), wie es im Buch Esther (AT) aufgezeichnet ist, zu erinnern. Dabei wird vor allem auf Haman angespielt, der das Los warf, um herauszufinden, welcher Tag am geeignetsten sei, um die Juden zu ermorden.
Purim erinnert nicht nur durch seine zeitliche Lage im Frühjahr an die christliche Fastnachtszeit, sondern auch durch die herrschende Ausgelassenheit; So werden im neuen Israel auch Maskenbälle und Faschingsumzüge veranstaltet. Zusätzlich gibt es auch einige andere Traditionen; Am Vorabend und am Morgen des Festes wird das Buch Esther aus besonderen Schriftrollen vorgelesen, wobei die Kinder immer dann, wenn der Name "Haman" fällt, mit ihren Rasseln (Bild unten) schnarren.
Vormittags werden Geschenke an Freunde und Almosen an die Armen verteilt, wie es Esther als Zeichen der Erettung befohlen hat. Nachmittags werden Späße und närrische Witze gemacht. Die auffälligste Besonderheit des Purimfests ist wohl, dass das 'Sich-Betrinken' zur Mitzwah, also zum Gebot wird; Deswegen wird das Losfest auch "Ad delo Joda" genannt, was etwa soviel wie "Bis man nichts mehr weiß" bedeutet; Beim Trinken selbst wird ein Gebet gesprochen.
Das
Buch Esther, das im dritten Teil des hebräischen Kanons steht, beschreibt
die Errettung der persischen Juden vor ihrem Untergang. Esther, einen jüdische
Waise, wurde von ihrem Vetter Mordechai aufgezogen und von König Ahasver
als schönste Jungfrau auserwählt und geheiratet. Da Mordechai es ablehnte,
Haman, das geistliche Oberhaupt des Hofes, zu ehren, wollte sich dieser an Mordechai
und seinem ganzen Volk rächen; Mit der Behauptung, dass die Juden den König
und seine Gesetze missachteten, gelang es Haman den König zu einem Erlass
zu überreden, der die Vernichtung der Juden vorsah. So bat Mordechai Esther,
Ahasver zur Widerrufung des Erlasses zu bringen, was ihr auch gelang. Haman
wurde gehängt und Mordechai an seiner Stelle zum neuen Oberhaupt ernannt.
Der König ließ außerdem den Erlass umkehren und Juden durften
ab sofort ihre Feinde im ganzen Reich töten, was zu einem bluten Rachezug
führte. Mordechai und Esther erklärten das Purimfest daraufhin zum
Feiertag der jüdischen Errettung.
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