von Stefan Meißner
Der hebräische Name des Festes päsach (= „Vorübergehen", „Verschonen") erinnert an die Geschichte vom Auszug Israels aus Ägypten, genauer: an das „Vorübergehen" des „Würgeengels" an den israelitischen Häusern bei der Tötung der Erstgeborenen.
Sein Ursprung reicht allerdings weit in die nomadische Vorzeit des Volkes zurück, wo zur Zeit des Weidewechsels im Frühjahr die noch jungen Lämmer besonders gefährdet waren. Zum Schutz der Herde vor einem Wüstendämon („Verderber") markierte der Hirte die Türpfosten seines Zeltes mit dem Blut eines Lammes. Als die Israeliten seßhaft geworden waren, verband sich das Passa- mit dem Mazzot-Fest, mit dem der Ackerbauer den Beginn der Getreideernte feierte. Die agrarischen Wurzeln von päsach sind auch heute noch in einigen Gebeten erkennbar, die Gott als Schöpfer preisen.
Wie das auch bei anderen jüdischen Festen der Fall ist, wurde der Bezug zur Natur im Laufe der Geschichte zunehmend durch eine geschichtliche Deutung überlagert: Beim Passa erinnert man sich an den Auszug aus Ägypten, jede Generation, als wäre sie selbst dabei gewesen. Folgerichtig steht im Mittelpunkt der abendlichen Feier im Kreis der Familie das Erzählen der Exodus-Geschichten, ergänzt durch schriftgelehrte Deutungen der Rabbinen.
Vorbereitet wird das Fest am Abend des 14. Nissan mit dem sog. Chametz-Suchen (chametz=„Gesäuertes"). Dabei hilft die ganze Familie bei einer Art Frühjahrsputz, alle Mehlprodukte aus der Wohnung zu schafften (Bild oben). Am Tag darauf findet der Seder-Abend (seder=„Ordnung") statt, ein Hausabendmahl, bei dem eine Reihe von symbolischen Speisen die Ereignisse der Vergangenheit vergegenwärtigen.
Ein
weiterer Artikel behandelt den Zusammenhang des
Sedermahls mit dem letzen Abendmahl Jesu
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