Am 30. Dezember 1917 wurde ich in Weißenburg geboren, aber schon im Jahre 1918 zogen meine Eltern nach Ingenheim. Nach sieben Jahre beendete ich meine Schulzeit in Ingenheim mit dem Volksschulabschluss. Nach einem freiwilligen Schuljahr in Landau war es mir dann nicht mehr möglich, eine höhere Schule zu besuchen, denn wir schrieben schon das Jahr 1935. Auch konnte ich, trotz mehrerer vorheriger Zusagen, keinen Beruf ergreifen. So blieb mir nichts anderes übrig, als eine Lehre in einem jüdischen Schuhgeschäft zu beginnen, die ich aber nicht beenden konnte, da die Inhaber vorher emigrierten. Als nächstes war ich einige Jahre lang im Haushalt einer Judenfamilie in Ingenheim angestellt, bis diese vor der Reichsristallnacht, wie viele andere auch, auswanderte. Die Reichskristallnacht erlebte ich wie folgt:
Als
meine Mutter und ich erfuhren, dass die Synagoge in Brand gesteckt worden war,
trauten wir uns zuerst nicht aus dem Hause, wir hatten eine leise Vorahnung.
Doch nach einer Weile hatten wir doch den Mut, aus einem Sicherheitsabstand,
vom Appenhofener Berg aus, uns alles mit anzusehen.
So um neun Uhr sahen wir dann Max Marx, der die Intention hatte, in sein Geschäft in der Kirchgasse zu gehen, zurückkommen ohne seine beiden Brillen, die er aufgrund seiner starken Kurzsichtigkeit normalerweise zu tragen pflegte. Er war vollkommen frustriert, erregt und schwer lädiert. Wir fragten alle, was denn passiert sei. Darauf antwortete er: Sie haben mich in die brennende Synagoge geworfen, als ich mich orientieren wollte, was denn überhaupt geschehen war. Als ich das gehört hatte, schaute ich durch das Fenster, inzwischen befanden wir uns im Haus von Max Marx [Weinstraße, Bild oben], das kurz vor Appenhofen lag, und sah, wie einige Hauptbeteiligte, die ich besser nicht mit Namen nennen will, bei Herrn Dr. Jeremias vom Dachgeschoss alle Lebensmittel und alles, was sie gerade zur Hand hatten, auf die Straße warfen. Jetzt merkte ich, dass diese Sache ernste Konturen annahm, und ich entschloss mich sofort, über einen Umweg nach Hause zugehen. Aber an diesem 9. November kamen sie auch zu uns in die Ochsengasse. Zu dieser Zeit hatten wir das Glück, dass gerade einige Westwallarbeiter bei uns einquartiert waren, die und nun verteidigten, sonst wären wir verloren gewesen. Sie stellten sich vor das Haus, einer von ihnen mit einem Beil in der Hand, und schrie: 'Wer will meiner Wirtin etwas antun?' So wehrten sie ein mögliches Zusammenschlagen unserer Einrichtung ab. [hier geht´s weiter >>]
|
Bücher zum Thema von unserem
Partner www.amazon.de.
Bei Interesse klicken Sie einfach auf das Bild! |
|||
|
Zeichne, was Du siehst. Zeichnungen eines Kindes aus
Theresienstadt/ Terezin.
von Helga Weissova DM 28,01 |
Spätes Tagebuch. Theresienstadt - Auschwitz - Warschau
- Dachau.
von Max Mannheimer Dm 14,90 |
Theresienstadt. Die Menschenfalle.
von Melanie Oppenhejm DM 35,97 |
Die Hoffnung erhielt mich am Leben. Mein Weg von Theresienstadt
und Auschwitz nach Israel.
von Ruth Elias DM 17,90 |
|
Innerhalb Deutschlands kostenloser
Versand!
|
|||